Ethan Nwaneri wechselt auf Leihbasis zu Borussia Dortmund – Ist dieser gewagte Transfer der Schlüssel zum Erfolg in der Rückrunde oder ein riskantes Experiment ohne Kaufoption?

Ethan Nwaneri wechselt auf Leihbasis zu Borussia Dortmund – Ist dieser gewagte Transfer der Schlüssel zum Erfolg in der Rückrunde oder ein riskantes Experiment ohne Kaufoption?

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Dortmund, 3. Februar 2025 – Der Transferpoker ist beendet, die Unterschrift steht kurz bevor. Borussia Dortmund hat sich mit dem FC Arsenal auf eine Leihe von Ethan Nwaneri geeinigt.

Der 18-jährige Offensivspieler soll noch am heutigen Montag zum Medizincheck in Nordrhein-Westfalen erwartet werden, wie übereinstimmende Berichte mehrerer Fachmedien am frühen Morgen bestätigen. Die Verhandlungen zwischen den Klubs zogen sich bis spät in die Nacht hin, doch nun steht fest: Nwaneri wird die Rückrunde im schwarz-gelben Trikot bestreiten und soll den langzeitverletzten Jannes Konstantelias ersetzen, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Der Deal ist bemerkenswert, denn er kommt ohne jede Kaufoption daher. Es handelt sich um eine reine Leihe bis zum Saisonende, für die der BVB eine Leihgebühr von fünf Millionen Euro an die Gunners überweist. Zudem übernehmen die Dortmunder das volle Gehalt des englischen U21-Nationalspielers.

Diese Konstellation ist ungewöhnlich für einen Klub, der in der Vergangenheit oft auf langfristige Lösungen setzte, doch die akute Notlage auf der offensiven Außenbahn hat die Verantwortlichen um Sportdirektor Sebastian Kehl zu einem pragmatischen Schritt gezwungen. Die medizinische Untersuchung gilt als reine Formsache, anschließend soll der Vertrag unterschrieben werden.

Die Personalie Nwaneri ist in Dortmund nicht neu. Bereits im vergangenen Sommer, als sein Vertrag bei Arsenal auszulaufen drohte, hatten die Westfalen intensiv um den Youngster geworben. Doch damals entschied sich der Flügelstürmer für eine Vertragsverlängerung in London, ein Schritt, der angesichts seiner damaligen Einsatzzeiten durchaus nachvollziehbar erschien.

In der Saison 2024/25 kam Nwaneri auf 37 Pflichtspiele für die Gunners, erzielte dabei neun Tore und bereitete zwei weitere vor. Allerdings war er in den meisten Partien nur Joker, sein Einfluss auf das Spiel der Londoner blieb begrenzt, auch wenn er in der Rückrunde zeitweise häufiger in der Startelf stand.

Doch die Entwicklung nach der Vertragsverlängerung war alles andere als positiv. Zu Beginn der laufenden Spielzeit erhielt Nwaneri noch vereinzelte Kurzeinsätze, doch ab Mitte der Hinrunde fiel er komplett aus dem Kader von Trainer Mikel Arteta. Die Folge war eine Leihe an Olympique Marseille in der Winterpause, die jedoch als Fehlschlag gewertet werden muss.

Beim französischen Traditionsverein absolvierte der Engländer kein einziges Spiel über die volle Distanz, kam meist nur von der Bank und wurde gegen Saisonende gar nicht mehr berücksichtigt. Die Konkurrenz auf seiner Position, allen voran Mason Greenwood, war schlicht zu stark, und Nwaneri konnte sich in der kurzen Zeit in der Ligue 1 nicht durchsetzen.

Diese Erfahrung wirft berechtigte Fragen auf, ob der BVB hier ein Risiko eingeht. Doch die Dortmunder Verantwortlichen sehen in Nwaneri weiterhin ein außergewöhnliches Talent, das lediglich den richtigen Rahmen benötigt, um sein Potenzial abzurufen. Seine technischen Fähigkeiten sind herausragend, seine Dribbelstärke und seine Schusstechnik gelten als exzellent.

In der englischen U21-Nationalmannschaft hat er immer wieder bewiesen, welches offensive Potenzial in ihm steckt. Zudem ist er nach seiner Rückkehr aus Marseille vollständig fit und kann sofort in den Spielbetrieb eingreifen, ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Kandidaten, die erst wieder aufgebaut werden müssten.

Kritisch betrachtet wird jedoch die Positionierung des Spielers. Nwaneri agiert bevorzugt auf der rechten Angriffsseite, wo er sowohl als offensiver Mittelfeldspieler als auch als Flügelstürmer eingesetzt werden kann. Genau diese Position ist jedoch auch die bevorzugte Zone von Konstantinos Koulierakis, der sich in den vergangenen Wochen ebenfalls in guter Form präsentiert hat.

Es ist daher zu erwarten, dass einer der beiden Spieler auf einer ungewohnten Seite auflaufen muss, was die Effektivität des Offensivspiels beeinträchtigen könnte. Die Dortmunder Trainerabteilung um Nico Kovač wird hier taktische Lösungen finden müssen, um die Qualitäten beider Akteure bestmöglich zu nutzen.

Die Entscheidung gegen eine dauerhafte Verpflichtung ist dennoch nachvollziehbar. Der BVB plant langfristig mit Konstantelias, der nach seiner schweren Knieverletzung wieder vollständig genesen soll. Eine feste Verpflichtung Nwaneris hätte nicht nur die Kaderplanung für die kommenden Jahre erschwert, sondern auch erhebliche finanzielle Mittel gebunden.

Die Ablösesumme für den Engländer hätte nach Informationen aus Londoner Kreisen jenseits der 40 Millionen Euro gelegen, eine Summe, die der BVB für einen Spieler, der primär als Übergangslösung gedacht ist, nicht investieren wollte. Die reine Leihe gibt dem Klub zudem die Flexibilität, im Sommer neu zu bewerten.

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken sind gemischt. Viele Fans hatten sich eine Rückkehr von Jadon Sancho erhofft, der beim BVB einst zu einem Weltklasse-Spieler reifte und dessen Name in Dortmund noch immer einen besonderen Klang hat. Doch die Verantwortlichen haben sich bewusst gegen eine erneute Verpflichtung des Engländers entschieden.

Sancho, der zuletzt beim abstiegsbedrohten FC Chelsea nur selten überzeugte, bringt nicht die nötige Fitness für das hohe Pressing unter Kovač mit. Zudem wäre die mediale Aufmerksamkeit um eine dritte Amtszeit Sanchos enorm gewesen, die Erwartungshaltung hätte den Spieler womöglich erdrückt.

Die Dortmunder setzen stattdessen auf einen jungen Spieler, der hungrig ist und sich beweisen will. Nwaneri hat in seiner Karriere bereits Höhen und Tiefen erlebt, doch er ist erst 18 Jahre alt. Zu früh abschreiben sollte man ein solches Talent nicht, das betonen auch Experten.

Die Leihe nach Marseille war möglicherweise einfach der falsche Schritt zum falschen Zeitpunkt. In Dortmund, wo junge Spieler traditionell eine besondere Förderung erfahren, könnte Nwaneri nun die Chance bekommen, die er benötigt. Die Strukturen im Verein, die Nähe zu den Fans und das Vertrauen des Trainerstabs könnten die entscheidenden Faktoren sein, die ihm den Durchbruch ermöglichen.

Für den BVB ist dieser Transfer ein klares Signal in einer schwierigen Phase. Die Mannschaft kämpft in der Bundesliga um die internationalen Plätze, und der Ausfall von Konstantelias war ein herber Rückschlag. Mit Nwaneri holt der Klub einen Spieler, der sofort helfen soll, ohne langfristige Risiken einzugehen.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Engländer die Erwartungen erfüllen kann. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass er die Qualität hat, um den Unterschied auszumachen. Die Fans dürfen gespannt sein, wie sich das junge Talent in der Bundesliga präsentieren wird.

Die offizielle Vorstellung wird noch im Laufe des Tages erwartet. Nwaneri wird voraussichtlich die Rückennummer erhalten, die zuvor ein anderer Leihspieler trug. Die Dortmunder Verantwortlichen betonen, dass man vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten des Engländers habe und dass man ihn in den kommenden Monaten intensiv unterstützen werde.

Der Druck ist groß, doch Nwaneri hat in seiner jungen Karriere schon oft bewiesen, dass er mit Drucksituationen umgehen kann. Nun liegt es an ihm, das Vertrauen in Tore und Vorlagen umzumünzen und den BVB in der entscheidenden Saisonphase zu verstärken.